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30. März 2010 - Frühlingserwachen auch auf dem Arbeitsmarkt der Stadt Frankfurt

Nach einem geringen Anstieg im Vormonat sind die Arbeitslosenzahlen der Stadt Frankfurt März erfreulicherweise wieder rückläufig. Mit insgesamt 27.660 Arbeitslosen ist eine Minderung von einem halben Prozentpunkt gegenüber dem Vormonat und über fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr eingetreten.

Die aktuelle Erwerbslosenquote in der Stadt Frankfurt am Main entspricht – wie im Vormonat - einer Quote von 8,2 Prozent (Vorjahr 8,7 Prozent) bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen.

Nach Personengruppen betrachtet, hat sich der Arbeitsmarkt der unter 25-Jährigen erholt –allerdings ist bei den Ausländern ein Zuwachs von 21 Personen (0,2 Prozent) und bei den über 55-Jährigen von 81 Personen (2,2 Prozent) gegenüber dem Vormonat zu melden. Über ein Drittel der in der Stadt Frankfurt gemeldeten Arbeitslosen haben keinen deutschen Pass und fast 14 Prozent sind über 50 Jahre alt.

In der Stadt Frankfurt wird der Kundenbereich Arbeitslosengeld (ALG) I (Sozialgesetzbuch III) von der Agentur für Arbeit Frankfurt und der Kundenbereich ALG II (Sozialgesetzbuch II) von der Arbeitsgemeinschaft Rhein-Main Jobcenter GmbH (ARGE RMJ) betreut. Mit über 78 Prozent ist der größte Teil der erwerbsfähigen Arbeitslosen bei der ARGE RMJ gemeldet.

Zurzeit sind in der Stadt Frankfurt 19.884 Arbeitslose nach dem SGB II gemeldet. Das entspricht einem Plus gegenüber dem Vormonat von 68 Personen. Über 2.400 Personen hiervon sind 55 Jahre und älter und hier ist auch der stärkste Anstieg gegenüber dem Vormonat zu beobachten (plus 1,4 Prozent). Die derzeit 8.474 arbeitslos gemeldeten Ausländer liegen mit einem Plus von 63 gegenüber dem Vormonat. Erfreulicherweise ist die Zahl der Jüngeren unter 25 Jahren auf nunmehr 1.637 Arbeitslose leicht gesunken. Gegenüber dem Vorjahr ist dies sogar ein erfreuliches Minus von gut 18 Prozent.

Heike Hengster, Geschäftsführerin der ARGE RMJ: Betrachten wir die Entwicklung der Arbeitslosenzahlen nach dem SBG II in den letzten Monaten, können wir –gerade unter Berücksichtigung der zurzeit schwierigen wirtschaftlichen Situation – noch ganz zufrieden sein. Zwar sind immer wieder saisonale Schwankungen zu erkennen, aber wir versuchen rechtzeitig gegen zu steuern. Das bedingt allerdings, dass wir den örtlichen Arbeitsmarkt kontinuierlich beobachten und mit gezielten Maßnahmen - gerade bei schwierig zu vermittelnden Personengruppen - möglichst frühzeitig tätig werden.

Unter anderem sind wir gerade jetzt bestrebt, möglichst viele Jugendliche in Ausbildung zu bringen, sodass wir in den vergangenen vier Wochen bereits zwei Ausbildungsplatzbörsen durchgeführt haben. Hier konnten sich die jungen Menschen die eine Ausbildung suchen, direkt mit den Arbeitgebern über Ausbildungsstellen, deren Anforderungen sowie über die jeweilige Firmenphilosophie informieren. Für die über 50-Jährigen hingegen wurde das bereits bestehende spezialisierte Team personell aufgestockt, um die Beschäftigungschancen der älteren Langzeitarbeitslosen weiter verbessern und ausbauen.“

Von der Agentur für Arbeit wurden im März 7.776 Erwerbslose (ALG I) im Bereich der Stadt Frankfurt betreut, was ein erfreuliches Minus von 2,6 Prozent gegenüber dem Vormonat ist. Allerdings werden die guten Vorjahreszahlen erwartungsgemäß nicht erreicht. Wird der Abgang aus der Arbeitslosigkeit dem Vorjahr gegenüber gestellt, sieht das Ergebnis allerdings sehr vorteilhaft aus: Hier ist ein Plus von 19 Prozent zu melden.

Auch der Stellenbestand hat sich erfreulich erholt. Im aktuellen Monat hat sich der Bestand der ungeförderten Stellen auf nunmehr 5.288 erhöht. Das ist das beste Ergebnis seit August 2009. Der Löwenanteil liegt mit über 3.900 Stellen bei den Dienstleistungsberufen, gefolgt von den Fertigungsberufen (1.151) und das Schlusslicht bilden die technischen Berufen mit 182 Stellen.

Auf dem Ausbildungsmarkt ist ein Anstieg der gemeldeten Bewerber für Ausbildungsstellen zu beobachten: seit Beginn des Berichtsjahres im Oktober 2009 haben sich im Stadtbezirk Frankfurt 1.986 Bewerber gemeldet. Dies sind über 47 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Der Anteil der deutschen und ausländischen Bewerber ist im Vergleich zu den vergangenen Jahren nahezu gleich geblieben: 64,3 Prozent haben eine deutschen Pass und 35,7 Prozent eine andere Nationalität, wobei darunter der Anteil der Türken mit 14,3 Prozent errechnet wurde.

Wie schon seit Jahren streben die meisten jungen Menschen ihren Wunschberuf im Dienstleistungssektor an. Während sich für einen Fertigungsberuf ein Viertel der Bewerber interessieren, möchten über 71 Prozent einen Dienstleistungsberuf. Nur 40 Bewerber (zwei Prozent) wollen einen technischen Arbeitsbereich.

Erwartungsgemäß sind zurzeit sind noch etliche (1.344) der gemeldeten Ausbildungssuchende unversorgt, dies wird sich aber in den nächsten Monaten ändern, da sehr viele Firmen ihre Einstellungsprozesse noch nicht abgeschlossen haben. Erfreulich: Ohne Schulabschluss sind die wenigsten Bewerber gemeldet (0,5 Prozent) - fast die Hälfte hat sogar einen mittleren Schulabschluss. Erwähnenswert ist auch, dass nur knapp 48 Prozent der Bewerber aus dem laufenden Schuljahr stammen, der Rest hat im Vorjahr oder noch früheren Jahren die Schule beendet.

Die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen liegt nicht für den Bereich der Stadt, sondern nur für den gesamten Agenturbezirk vor. Hier wurden von Oktober 2009 bis März bereits 5.543 Ausbildungsstellen gemeldet, von denen noch 3.522 unbesetzt sind. Zurzeit entfallen im Agenturbezirk auf einen gemeldeten unversorgten Bewerber 1,2 Ausbildungsstellen.

Volker Erhard, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Frankfurt: „Der deutliche Anstieg der gemeldeten Bewerber um Ausbildungsstellen macht deutlich, dass unsere unterschiedlichen Maßnahmen zur Bewerbergewinnung gegriffen haben. Optimal wäre, wenn schon während der Schulausbildung die Suche nach einer passenden Ausbildungsstelle abgeschlossen, oder zumindest eine klare Vorstellung von der beruflichen Zukunft vorhanden wäre. Die Beratungsfachkräfte sind bemüht, möglichst viele Jugendliche anzusprechen, um unser Angebot in seiner ganzen Breite vorzustellen. Auch Vereine, Elternbeiräte und nicht zuletzt die Eltern werden immer wieder durch verstärkte Öffentlichkeitsarbeit aufgefordert, die Jugendlichen zur Meldung bei der Berufsberatung zu bewegen. Denn nur wenn rechtzeitig alle Möglichkeiten zur Berufswahl ausgeschöpft werden, kann ein optimales Ergebnis erzielt werden. In der Beratung können zudem gute Alternativen zum Traumberuf aufgezeigt werden. Viele attraktive Berufe, für die sogar schon ein Hauptschulabschluss ausreicht, sind kaum bekannt und auch die Bezahlung und Aufstiegschancen sind hier sehr zufrieden stellend. Oft lohnt es sich auch, bei einem guten Abschlusszeugnis auf eine weiterführende Schule zu verzichten und stattdessen mit einer beruflichen Ausbildung zu beginnen. Unsere Ausbildungsplatzbörse am 20. März hat gezeigt, dass viele Arbeitgeber auch für dieses Jahr noch Auszubildende suchen. Hier bot sich für die Jugendlichen zudem die Gelegenheit, einen persönlichen Kontakt zu den Personalverantwortlichen aufzunehmen. Eine nicht zu unterschätzende Chance, denn der erste Eindruck ist oft sehr viel mehr wert als ein Bewerbungsschreiben oder Schulzeugnis.“