Der Arbeitsmarkt im Februar 2010 in der Stadt Frankfurt am Main
Der lange Winter hinterlässt jetzt auch auf dem Arbeitsmarkt der Stadt Frankfurt seine eisigen Spuren – die Arbeitslosenquote liegt nun bei 8,2 Prozent
Erneut ist die Zahl der Erwerbslosen, wenn auch nur geringfügig, im Monat Februar angestiegen. Mit insgesamt 27.796 Arbeitslosen ist ein Zuwachs von nicht ganz einem Prozent oder 235 Personen gegenüber dem Vormonat eingetreten. Allerdings sind dies immer noch über vier Prozent weniger als im vergleichbaren Vorjahresmonat. Auch der direkte Monatsvergleich Januar und Februar fällt gegenüber dem Vorjahr erfreulicher aus: Im letzten Jahr war der Anstieg in diesem Zeitraum doppelt so hoch.
Die Arbeitslosenquote, bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen, ist demzufolge auf nunmehr 8,2 Prozent angewachsen, im Vormonat lag sie noch bei 8,1 Prozent. Im Vorjahr waren es allerdings 8,6 Prozent.
Nach Personengruppen betrachtet, hat sich überall ein Zugang gegenüber dem Vormonat entwickelt. Erwartungsgemäß ist der Anstieg bei den unter 25-Jährigen mit 6,2 Prozent gegenüber dem Januar am größten ausgefallen. Hier konnten viele Bewerber nach Beendigung der Ausbildung noch nicht wieder in den Arbeitsmarkt eingegliedert werden. Bei dieser Personengruppe ist ebenfalls die größte Bewegung auf dem Arbeitsmarkt zu beobachten, wobei diese mit einem Zugang von 130 und einem Abgang von 132 Jugendlichen sehr ausgeglichen ist. 3.693 ältere Erwerbslose über 55 Jahre machen einen Anteil von über 13 Prozent auf dem Arbeitsmarkt der Stadt Frankfurt aus und über 38 Prozent aller Beschäftigungslosen haben keinen deutschen Pass.
In der Stadt Frankfurt wird der Kundenbereich Arbeitslosengeld (ALG) I (Sozialgesetzbuch III) von der Agentur für Arbeit Frankfurt und der Kundenbereich ALG II (Sozialgesetzbuch II) von der Arbeitsgemeinschaft Rhein-Main Jobcenter GmbH (ARGE RMJ) betreut. Mit über 71 Prozent ist der größte Teil der erwerbsfähigen Arbeitslosen bei der ARGE RMJ gemeldet.
Zurzeit sind in der Stadt Frankfurt 19.816 Arbeitslose nach dem SGB II gemeldet. Das entspricht einem Plus gegenüber dem Vormonat von 124 Personen. Über 42 Prozent hiervon sind Ausländer (8.411), auch hier ist ein Anstieg von fast 67 Personen gegenüber dem Vormonat zu beobachten. Die Zahl der über 55-jährigen liegt mit einem leichten Plus von 42 Personen gegenüber der des Vormonats bei 2.368. Auch die Zahl der Jüngeren unter 25 Jahren ist auf nunmehr 1.658 Arbeitslose gestiegen. Gegenüber dem Vorjahr ist dies aber noch ein erfreuliches Minus von fast 17 Prozent.
Heike Hengster, Geschäftsführerin der ARGE RMJ: „Die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung hat auch vor der Stadt Frankfurt nicht halt gemacht. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vormonat liegt bei den SGB II-Kunden bisher zwar noch unter einem Prozentpunkt und auch die schlechte Witterung ist bei dem Anstieg Erwerbslosenzahlen ausschlaggebend, aber man kann schon jetzt absehen, dass sich eine weitere Verschärfung wohl vorerst nicht vermeiden lässt. Gerade Menschen ohne eine qualifizierte Ausbildung haben es immer schwerer, auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Hier setzen wir auf die verschiedensten Weiterbildungsmaßnahmen, um individuell zu fördern. Auch ein Schulabschluss und fundierte Deutschkenntnisse gehören zu den unablässigen Dingen, um heute auf dem Arbeitmarkt bestehen zu können. Überdies möchten wir gerade die jungen Menschen zu einer Ausbildung animieren. Aus diesem Grund wurden zur JobMobil Börse am 24. Februar fast 1.500 Jugendliche eingeladen, um den direkten Kontakt mit Arbeitgebern herzustellen, die Ausbildungsstellen anbieten.“
Auffällig ist, dass sich die Erwerbslosigkeit nach dem SGB III kontinuierlich erhöht. Hieran lässt sich deutlich erkennen, dass die Arbeitslosigkeit aus einer Beschäftigung mit einem Anspruch auf Arbeitslosengeld I ansteigt. Auch hier ist die Personengruppe der unter 25 Jährigen verstärkt betroffen und hat einen Anteil von fast zehn Prozent an den Meldungen im Berichtsmonat. Der Ausländeranteil liegt bei 28 Prozent und ist somit 14 Prozent niedriger als bei den Arbeitslosengeld II-Beziehern.
Volker Erhard, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Frankfurt: „Wie immer in dieser Jahreszeit haben wir es mit witterungsbedingten Zuwächsen und mit verstärkten Meldungen von Jugendlichen zu tun, die nach der Ausbildung nicht vom Unternehmen übernommen werden konnten. Gerade bei den sich jetzt meldenden frisch ausgebildeten Fachkräften sind vom Arbeitgeberservice der Arbeitsagentur Frankfurt die unterschiedlichsten Maßnahmen eingeleitet worden, um diese jungen Menschen so schnell wie möglich wieder in den Arbeitsmarkt zu integrieren. So sollen zum Beispiel mit Jobbörsen, die an die berufliche Ausbildung angepasst sind, so viele Arbeitnehmer und Arbeitgeber wie möglich zusammengebracht werden. Auch über finanzielle Hilfen, die nötig sind, um eventuelle Vermittlungshemmnisse zu beseitigen, wird auf Wunsch von unseren Vermittlungsfachkräften´ausführlich beraten. Wir verstehen uns als Dienstleister am Arbeitsmarkt und können die Unternehmen nur immer wieder auffordern, unsere Angebotsvielfalt einzufordern.“


