5. Januar 2010 - Jahresabschluss mit niedrigster Arbeitslosenzahl des Jahres
Die Arbeitslosigkeit im Agenturbezirk Frankfurt am Main ist im Dezember wiederum leicht gesunken. Die aktuelle Arbeitslosenquote entspricht damit der des Vorjahres und liegt bei 6,2 Prozent.
Die Arbeitslosigkeit im Agenturbezirk Frankfurt am Main ist im Dezember auf 41.866 Personen zurückgegangen. Das sind 326 oder 0,8 Prozent weniger als im Vormonat. Im Vergleich zu Dezember 2008 waren 380 oder 0,9 Prozent mehr Menschen arbeitslos gemeldet. Die Arbeitslosenquote (bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen) ist damit wiederholt um 0,1 Prozent auf 6,2 Prozent gesunken. Vor einem Jahr lag sie ebenfalls bei 6,2 Prozent. Im Gegensatz zum aktuellen Jahresabschluss war die Arbeitslosenzahl 2008 von November auf Dezember leicht angestiegen.
„Trotz vieler Befürchtungen und negativer Prognosen stehen wir am Ende eines unruhigen Jahres nicht wesentlich schlechter da als im Vorjahr“, kommentiert Volker Erhard, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Frankfurt am Main. „Und gemessen daran, dass die Auswirkungen der Wirtschaftskrise erst im Jahr 2009 auf dem Arbeitsmarkt sichtbar wurden, kann sich dieses Ergebnis durchaus sehen lassen. Für viele, die ihren Arbeitsplatz verloren haben, diesen bedroht sehen oder auch von Kurzarbeit betroffen sind, war es ein von Angst und Unsicherheit geprägtes Jahr. Die wirtschaftliche Lage ist konjunkturell nicht so günstig, wie im Vorjahr. Dennoch waren die Auswirkungen auf das Rhein-Main Gebiet rückblickend weit weniger gravierend als befürchtet. Im Stadtgebiet von Frankfurt war die Arbeitslosigkeit im Dezember sogar niedriger als im Vorjahr. Dennoch können auch 2010 schwierige Zeiten auf uns zukommen. Deshalb müssen wir den Blick nach vorne richten, die Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt genau analysieren und die uns zur Verfügung stehenden Mittel für die von Arbeitslosigkeit Betroffenen weiterhin gezielt einsetzen.“
Die Zahl der jüngeren Arbeitslosen unter 25 Jahren ist im Dezember etwas zurückgegangen. Ihr Anteil an der Gesamtzahl der Arbeitslosen lag bei 8,4 Prozent (insgesamt 3.522 jungen Erwachsenen). Seit dem Vormonat sind es 6,8 Prozent (rund 260 Personen) weniger. Besonders erfreulich ist, dass der Anteil arbeitsloser Jugendlicher mit einem Minus von 10,7 Prozent (absolut minus 423) auch deutlich unter dem des Vorjahres liegt.
25,3 Prozent der Arbeitslosen im Agenturbezirk sind 50 Jahre und älter. Das entspricht absolut 10.577 Personen. Wie in allen anderen Personengruppen, ist die Zahl seit November zurückgegangen. Im Vergleich zu Dezember 2008 gab es allerdings einen geringfügigen Anstieg um 0,6 Prozent. Während der Anteil an Männern mit 54,4 Prozent im Vorjahresvergleich zugenommen hat (um 2,1 Prozent), waren 0,4 Prozent weniger Frauen arbeitslos gemeldet. Ihr Anteil an der Gesamtzahl der Arbeitslosen lag im Dezember bei 45,6 Prozent. Der Anteil derjenigen, die keinen deutschen Pass besitzen, ging sowohl im Vormonats- als auch im Vorjahresvergleich zurück und lag im Dezember bei 35,1 Prozent.
Der Rückgang an Arbeitslosen im Agenturbezirk machte sich im Dezember besonders im Stadtgebiet von Frankfurt bemerkbar. Die Arbeitslosenzahl ging hier um 498 Personen auf 26.019 zurück. Das entspricht einem Minus von 1,9 Prozent. Die aktuelle Arbeitslosenzahl ist damit sogar niedriger als im Dezember 2008, und zwar um 3,4 Prozent oder 906 Personen. Die aktuelle Arbeitslosenquote liegt bei 7,7 Prozent, 0,1 Prozent unter der von November. Vor einem Jahr lag die Arbeitslosenquote bei 8,0 Prozent.
Im Hochtaunuskreis ist die Zahl der Arbeitslosen seit dem Vormonat leicht, um 0,9 Prozent (absolut minus 38) zurückgegangen. Im Main-Taunus-Kreis ist die Arbeitslosigkeit dagegen um 2,9 Prozent (absolut 156 Personen) gestiegen. Im Gegensatz zur Entwicklung im Stadtgebiet liegt die aktuelle Arbeitslosenzahl in beiden Kreisen deutlich über der des Vorjahres. Im Dezember 2009 waren im Hochtaunuskreis insgesamt 4.356 Personen arbeitslos gemeldet, 9,7 Prozent (absolut 386) mehr als vor einem Jahr. Im Main-Taunus Kreis waren es 5.476 Menschen. Die Steigerung betrug somit sogar 21,7 Prozent oder 976 Personen. Die Arbeitslosenquote lag im Hochtaunuskreis wie im November bei 4,0 Prozent. Im Main-Taunus Kreis stieg sie um 0,1 Prozent auf 4,7 Prozent an.
Stellenzugang und Bestand auch am Jahresende unter Vorjahresniveau
Im Dezember wurden der Arbeitsagentur Frankfurt am Main 2.477 neue Stellen gemeldet. Der Zugang an offenen Stellen (ungefördert) fiel damit um knapp 3 Prozent niedriger aus als im November. Auch der Bestand an gemeldeten Stellen (ungefördert) war mit 7.371 Stellen etwas niedriger als im Vormonat (minus 1,7 Prozent). Wesentliche Unterschiede in der Entwicklung des Stellenmarktes werden im Vorjahresvergleich deutlich. Sowohl Zugang als auch Bestand an offenen Stellen waren im konjunkturell günstigeren 2008 deutlich höher, während die Unternehmen 2009 sichtbar weniger offenen Stellen meldeten. Im Dezember machte dies bei den Stellenzugängen ein Minus von 17,6 Prozent aus. Auch der Bestand an offenen, ungeförderten Stellen lag um 19,7 Prozent (absolut minus 1.809 Stellen) unter dem des Vorjahres.
Aktuelle regionale Entwicklungen im Überblick
In den Geschäftsstellen der Arbeitsagentur Frankfurt gingen 2009 rückblickend mehr Meldungen in Arbeitslosigkeit ein als im Vorjahr. Vor dem Hintergrund der Wirtschaftskrise zeigte sich der Arbeitsmarkt dennoch recht stabil. Bedingt durch die deutlich kältere Witterung mit zunehmenden Minusgraden ist der Stellenzugang aus dem Bau- und Baunebengewerbe im Dezember deutlich zurückgegangen. Zudem gingen wegen saisonbedingter Kündigungen verstärkt Arbeitslosmeldungen von Arbeitnehmern aus diesem Bereich sowie dem Garten- und Landschaftsbau ein. Viele Betroffene haben aber bereits Einstellungszusagen für das kommende Frühjahr. Auch im Einzelhandel wurden weniger Stellen gemeldet. Im Vormonat hatte es noch einen deutlichen, durch das Weihnachtsgeschäft saisonal bedingten Anstieg gegeben, der nun erwartungsgemäß abflachte.
Gute Chancen bestehen für Facharbeiter, darunter besonders Maler, Elektriker, Köche und Friseure. Für Ärzte und Apotheker ist der Arbeitsmarkt ebenfalls weiterhin günstig. Der Arbeitsmarkt für Bauingenieure hat wieder angezogen. Der Bedarf an Erziehern/innen und qualifiziertem Personal in den Pflegeberufen ist weiterhin hoch. Mehr Meldungen von Seiten der Arbeitnehmer gab es dagegen aus dem kaufmännischen Bereich, besonders von Bürofachkräften und Bürohilfen. Viele dieser Meldungen werden sich aufgrund der Kündigungsfrist zum Quartals- und Jahresende erst ab Beginn 2010 in den Arbeitsmarktstatistiken zeigen. Gleiches gilt für Meldungen aus dem Banken- und Versicherungsbereich, darunter besonders Bank- und Versicherungskaufleute. Viele neue Bewerber kommen zudem aus der IT-Branche und dem Marketingbereich.
In den Standorten Höchst und Hofheim war keine Entspannung auf dem Arbeitsmarkt spürbar. Weniger Stellen und mehr Bewerber gab es bei Servicekräften, Helfern im Gaststättengewerbe und Bürohilfen. Auch PR-Manager, Graphikdesigner, Art-Direktoren und Führungskräfte aus dem Bankengewerbe meldeten sich bei der Arbeitsagentur. Im Bereich der Personaldienstleister ging der Trend hin zu einer Nachfrage an qualifizierten Kräften. Dies liegt daran, dass viele Betriebe aufgrund der aktuellen wirtschaftlichen Lage zunächst das Mittel der Personaldienstleistung nutzen.
In der Geschäftsstelle Langen gingen zum Jahresabschluss etwas mehr Arbeitslosmeldungen als im Vormonat ein. Der größte Teil dieser Meldungen kam aus den kaufmännischen Berufsfeldern. Die Zugänge aus der Gruppe der unter 25-Jährigen waren erfreulicherweise weiterhin gering.
In Bad Homburg und Bad Vilbel wurden im Dezember nur wenige Stellen mit gewerblichen Berufen gemeldet. Damit setzte sich der Trend der vergangenen Monate im gewerblichen Bereich fort. Von den witterungsbedingten Entwicklungen waren hauptsächlich das Maler- und Lackiererhandwerk und der Gartenbau betroffen. Größere Betriebe meldeten Stellen im kaufmännischen Bereich mit Ausrichtung Verkauf, Kundenbetreuung und Buchhaltung. Im Hotel-und Gaststättengewerbe war die Nachfrage nach neuen Arbeitskräften von Arbeitgeberseite lediglich gering. Stabil und auf hohem Niveau blieb dagegen die Nachfrage nach Kräften im Gesundheitswesen. Auch examinierte Pflegefachkräfte, besonders in der Altenpflege, wurden stark nachgefragt. Im Bereich Lager und Logistik erfolgten kaum Einstellungen von Seiten der Unternehmen.
Kurzarbeit
Im November 2009 gingen bei der Agentur für Arbeit Frankfurt Kurzarbeitanzeigen von mehr als 80 Betrieben für rund 1.670 Personen ein. Die Anzeigen für Dezember liegen noch nicht vor. Wie viel tatsächlich kurzgearbeitet wurde, kann erst im Nachhinein erhoben werden. Die aktuellsten verfügbaren Daten sind von September 2009. Im September hatten 935 Betriebe und insgesamt 18.166 Personen kurzgearbeitet. Davon liegen 440 Betriebe mit 8.516 gemeldeten Kurzarbeitern im Stadtgebiet Frankfurt am Main. Weitere statistische Angaben über tatsächlich realisierte Kurzarbeit finden Sie im Internet in den Statistikheften "Arbeitsmarkt in Zahlen. Statistik über Leistungen nach dem SGB III: Kurzarbeit" (unter http://statistik.arbeitsagentur.de -> Statistik nach Themen -> Leistungen SGB III -> Zu den Daten).
Arbeitslosigkeit nach Rechtskreisen
Aus der aktuellen Gesamtzahl der Arbeitslosen im Agenturbezirk Frankfurt am Main fallen 13.490 in den Bereich des Sozialgesetzbuches III (SGB III) und somit in die Zuständigkeit der Arbeitsagentur. 28.376 gehören dem Bereich des Sozialgesetzbuches II (SGB II) an. Davon werden 20.219 Menschen von der ARGE betreut. Für 8.157 Personen sind die optierenden Kommunen zuständig.
Der leichte Rückgang der Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vormonat zeigt sich in den von der Arbeitsagentur und den ARGEn betreuten Bereichen. Bei der Arbeitsagentur waren im Dezember 0,7 Prozent oder rund 100 Personen weniger arbeitslos gemeldet als im November. Im Bereich des SGB II ging die Arbeitslosigkeit bei den ARGEn um 2,3 Prozent oder rund 480 Personen zurück. Bei den optierenden Kommunen gab es dagegen einen Anstieg um 3,1 Prozent oder rund 250 Personen.
Die veränderte Wirtschaftslage und deren Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt haben sich in Form von vermehrten Arbeitslosmeldungen aus Erwerbstätigkeit besonders im Bereich des SGB III niedergeschlagen. Zum Jahresende waren deshalb über 23 Prozent mehr Menschen bei der Arbeitsagentur gemeldet (rund 2.540 Personen) als im Vergleichsraum des Vorjahres. Im Bereich des SGB II waren hingegen insgesamt weniger Menschen gemeldet als vor einem Jahr. Deutlich weniger Arbeitslose als vor einem Jahr gab es im Dezember bei den ARGEn. Hier konnte ein Minus von 9,6 Prozent oder mehr als 2.150 Personen erreicht werden. Im Zuständigkeitsbereich der optierenden Kommunen gab es lediglich ein geringfügiges Minus im einstelligen Bereich (absolut minus 4 Personen), welches sich prozentual nicht bemerkbar macht.


