5. Januar 2010 - Der Arbeitsmarkt im Dezember 2009 in der Stadt Frankfurt am Main
Erneut ist die Arbeitslosigkeit in der Stadt Frankfurt am Main gesunken. Die Arbeitslosenquote liegt aktuell bei 7,7 Prozent – der Jahresdurchschnitt 2009 liegt bei 8,3 Prozent
Zum Jahresende zeigt sich der Arbeitsmarkt der Stadt Frankfurt nochmals von seiner besten Seite. Gegenüber dem Vormonat und sogar gegenüber dem guten Vorjahr hat sich ein Minus bei den Arbeitslosenzahlen entwickelt. Mit insgesamt 26.019 Erwerbslosen ist eine Minderung von fast zwei Prozent gegenüber dem Vormonat und über drei Prozent gegenüber dem Vorjahr eingetreten. Der Jahresdurchschnitt liegt mit 28.122 arbeitslosen Erwerbsfähigen knapp ein Prozent unter dem Vorjahr.
Die Quote liegt derzeit bei 7,7 Prozent (Vorjahr 8,3 Prozent) bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen. Nach Personengruppen betrachtet, ist überall ein Rückgang gegenüber dem Vorjahr und auch gegenüber dem Vormonat eingetreten. Lediglich bei den Älteren über 55 Jahre ist ein leichter Anstieg gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen. Erfreulicherweise ist der Rückgang bei der Gruppe der unter 25- Jährigen mit 7,4 Prozent gegenüber dem November am größten ausgefallen. Hier machte sich aber auch bemerkbar, dass der Zugang in die Arbeitslosigkeit fast 14 Prozent unter dem Vormonatsniveau blieb.
Aktuell sind in der Stadt Frankfurt 2.167 Jüngere unter 25 Jahren, 3.394 über 55 Jahre arbeitslos. Der Ausländeranteil an der Gesamtzahl liegt bei 39 Prozent und mit etwas über 44 Prozent sind weniger Frauen als Männer arbeitslos gemeldet. Nahezu 6.400 Zugänge in die Arbeitslosigkeit erfolgten im Dezember. Da im gleichen Zeitraum fast 6.900 Menschen aus der Arbeitslosigkeit abgemeldet werden konnten, war der Bestand noch relativ ausgeglichen.
In der Stadt Frankfurt wird der Kundenbereich Arbeitslosengeld (ALG) I (Sozialgesetzbuch III) von der Agentur für Arbeit Frankfurt und der Kundenbereich ALG II (Sozialgesetzbuch II) von der Arbeitsgemeinschaft Rhein-Main Jobcenter GmbH (ARGE RMJ) betreut. Mit 73 Prozent ist der größte Teil der erwerbsfähigen Arbeitslosen bei der ARGE RMJ gemeldet.
Zurzeit zählt die Stadt Frankfurt 19.047 Arbeitslose nach dem SGB II. Das entspricht einem Minus gegenüber dem Vormonat von 462 Personen. Über 42 Prozent hiervon sind Ausländer (8.099), aber auch hier ist ein Rückgang über zwei Prozent gegenüber dem Vormonat und sogar über sieben Prozent gegenüber dem Vorjahr zu beobachten. Die Zahl der über 55-jährigen liegt ebenfalls mit einem leichten Minus von 63 Personen gegenüber der des Vormonats bei 2.240. Die Zahl der Jüngeren unter 25 Jahren ist auf nunmehr 1.551 Arbeitslose gesunken. Gegenüber dem Vorjahr ist dies ein erfreuliches Minus von über 20 Prozent.
Claudia Czernohorsky-Grüneberg, Geschäftsführerin der ARGE RMJ: „Auf dem Arbeitsmarkt der Stadt Frankfurt war auch in 2009 viel Bewegung zu erkennen. Über 43.000 Menschen wurden als Zugang und über 48.000 als Abgang in die Zuständigkeit der RMJ gezählt. Der Jahresdurchschnitt bei der Arbeitslosigkeit konnte immerhin um gut sieben Prozent gegenüber dem Vorjahr gesenkt werden. Die guten Arbeitsmarktzahlen täuschen zurzeit aber noch über die allgemeine schwierige Wirtschaftslage hinweg. Deshalb bin ich froh, dass wir uns für den zu erwartenden Anstieg der Erwerbslosigkeit zu Beginn des nächsten Jahres eine günstige Ausgangsposition geschaffen haben. Durch die gute Arbeit unserer Fachkräfte konnten unter anderem wertvolle Kontakte zu Arbeitgebern und Trägern geknüpft werden und ich bin zuversichtlich, dass wir im nächsten Jahr die zu erwartende schwierigere Situation gemeinsam meistern werden.“
Der Anteil der Arbeitslosen nach dem ALG I ist im Dezember ebenfalls zurückgegangen. Allerdings schlägt der Zeiger bei den Meldungen immer mehr gegen die Arbeitsagentur aus. Waren im Dezember letzten Jahres fast 22 Prozent aller Meldungen bei der Arbeitsagentur zu registrieren, so sind es im Dezember dieses Jahres bereits knapp 27 Prozent.
Volker Erhard, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Frankfurt: „Der Arbeitsmarkt zeigt sich auch zum Jahresabschluss stabil. Die Minderung von zwei Prozentpunkten liegt klar über den Erwartungen. Aber auch, wenn die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt in den letzten Monaten deutlich positiver ausgefallen ist als erwartet, wäre es unangebracht jetzt von einer Trendwende zu sprechen. Ebenso kann der Winter noch einen entscheidenden Einfluss auf das Arbeitsmarktgeschehen nehmen. Obwohl sich die Zahl der jugendlichen Arbeitslosen wieder verringert hat, müssen wir hier verstärkt ansetzen. Schon in der Schule muss in Zusammenarbeit mit der Berufsberatung auf eine Ausbildung hingearbeitet werden. Den Schülerinnen und Schüler müssen Wege und Möglichkeiten einer Berufsausbildung oder eines weiterführenden Studiums aufgezeigt werden. Der Arbeitsschwerpunkt der Berufsberatung liegt deshalb zurzeit in den Schulen mit Sprechstunden, Beratungen und Berufsorientierung. Studien belegen, dass in den nächsten fünf Jahren mit einem Bedarf von fast drei Millionen Fachkräften gerechnet wird, deshalb gilt es, hier rechtzeitig zu beginnen. Daneben plädiere ich ebenfalls für eine ständige Fortbildung der Arbeitskräfte in den Betrieben, denn auch so kann eine Arbeitslosigkeit vermieden werden.“


