28. Janauar 2010 - Der Arbeitsmarkt im Januar 2010 in der Stadt Frankfurt am Main
Erwartungsgemäßer Anstieg der Arbeitslosigkeit im Stadtgebiet Frankfurt am Main. Die Arbeitslosenquote liegt jetzt bei 8,1 Prozent (Vormonat 7,7 Prozent).
Nach den guten Werten in den Vormonaten sind nun im Januar auch die Arbeitslosenzahlen in der Stadt Frankfurt angestiegen. Mit insgesamt 27.561 Arbeitslosen hat sich die Zahl der Erwerbslosen um fast sechs Prozent gegenüber dem Vormonat erhöht. Gegenüber dem Vorjahresmonat ist dies zur Zeit allerdings noch ein Minus von gut drei Prozent. Der Anstieg im Januar ist einerseits in der angespannten Arbeitsmarktlage und andererseits saisonal zu begründen. Das Plus Januar 2009 zum Dezember 2008 fiel mit ebenfalls sechs Prozent vergleichbar aus.
Fast 24 Prozent (6.553) der gemeldeten Arbeitslosen sind über 50 Jahre alt und 3.597 davon sind über 55 Jahre. Bei den Jugendlichen unter 25 Jahren und den Älteren über 50 Jahren ist auch mit jeweils 6,5 Prozent der stärkste Zuwachs gegenüber dem Vormonat zu verzeichnen. Der Ausländeranteil liegt mit über 38 Prozent bei 10.579 Personen.
In der Stadt Frankfurt wird der Kundenbereich Arbeitslosengeld (ALG) I (Sozialgesetzbuch III) von der Agentur für Arbeit Frankfurt und der Kundenbereich ALG II (Sozialgesetzbuch II) von der Arbeitsgemeinschaft Rhein-Main Jobcenter GmbH (RMJ GmbH) betreut. Mit etwas über 71 Prozent ist der größte Teil der erwerbsfähigen Arbeitslosen bei der RMJ GmbH gemeldet.
Zurzeit sind in der Stadt Frankfurt 19.692 Arbeitslose nach dem SGB II registriert. Das entspricht einem Plus gegenüber dem Vormonat von 645 Personen oder 3,4 Prozent. Über 42 Prozent hiervon sind Ausländer (8.344), und auch hier ist ein Anstieg von 245 Personen (drei Prozent) gegenüber dem Vormonat zu beobachten. Die Zahl der über 55-jährigen liegt mit einem Plus von nicht ganz vier Prozent gegenüber dem Vormonat bei 2.326. Auch bei den Jüngeren unter 25 Jahren ist ein – wenn auch nicht so stark ausgeprägter – Anstieg zu beobachten. Hier sind mit nunmehr 1.591 jugendlichen Erwerbslosen 2,6 Prozent mehr als im Dezember 2009 gemeldet.
Heike Hengster, Geschäftsführerin der RMJ GmbH: „Mit einem Anstieg der Arbeitslosenzahlen im Januar von über drei Prozent gegenüber dem Vormonat können wir nicht zufrieden sein und ich gehe sogar davon aus, dass sich hier im Laufe des Jahres noch eine Verschlechterung abzeichnen wird. Zwar hat die extreme Witterung in den Monaten Dezember und Januar ein Übriges dazu getan, aber als Hauptursache beim Abstieg der Arbeitslosenzahlen, muss jetzt die schwierige Wirtschaftslage angenommen werden. Wir müssen uns zurzeit verstärkt um Neumeldungen kümmern, aber dabei dürfen die bisher von uns Betreuten nicht auf der Strecke bleiben. Daher rate ich allen, ihren persönlichen Ansprechpartner auf Möglichkeiten zur Berufsrückkehr anzusprechen. Die Rhein-Main Jobcenter GmbH unterstützt die Arbeitsuche mit zahlreichen Förderangeboten. Da wir auch in der Vergangenheit ähnlich schwierige Situationen gut und professionell gemeistert haben, bin ich sehr zuversichtlich, was die weitere Entwicklung betrifft.“
Der Zugang von 7.342 Arbeitslosen im Januar in der Stadt Frankfurt, teilt sich wie folgt auf: 3.149 bei SBG III und 4.193 bei SGB II. Dies entspricht einem Verhältnis von 43 zu 57 Prozent. Aus der Arbeitslosigkeit abgegangen sind im Januar 5.768 Personen - über 1.000 weniger als im Vormonat.
Volker Erhard, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Frankfurt und Gesellschafter der RMJ GmbH: „Der hohe Zugang an Arbeitslosen spricht für sich. Dieser kann sich in den Folgemonaten noch erhöhen. Zusätzlich müssen die Menschen aus den jetzt beendeten Ausbildungsverhältnissen mit geeigneten Arbeitsstellen versorgt werden. Deshalb initiiert die Agentur für Arbeit Frankfurt zusammen mit der RMJ GmbH verschiedene Stellenbörsen, um so Bewerber und Unternehmen zusammen zu führen. Die Erfolge der Vergangenheit zeigen, dass dies ein guter Weg ist. Zudem rate ich jedem, die Zeit der Arbeitslosigkeit oder Kurzarbeit für eine persönliche Aus- oder Weiterbildung nutzen. Die vielfältigen Möglichkeiten sind in der Weiterbildungsdatenbank der Arbeitsagentur unter www.arbeitsagentur.de > „KursNet“ zu sehen. Über eventuelle finanzielle Hilfen informieren die jeweiligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Arbeitsvermittlung".


