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02. November 2009 - Der Arbeitsmarkt im Oktober 2009 in der Stadt Frankfurt am Main

„Goldener Oktober“ auf dem Frankfurter Arbeitsmarkt. Bisher lässt der Herbst die Arbeitsmarktexperten noch hoch zufrieden sein.

Die Arbeitslosenzahlen der Stadt Frankfurt sind seit Mai diesen Jahres kontinuierlich rückläufig. Mit insgesamt 26.918 Arbeitslosen ist seit Mai 2009 eine Minderung fast zehn Prozent (- 2.885) eingetreten. Sogar gegenüber dem Vorjahr hat sich ein Minus entwickelt, zwar nur um 0,9 Prozent, aber dies sind immerhin fast 250 erwerbsfähige Arbeitslose.

Bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen liegt die aktuelle Arbeitslosenquote der Stadt Frankfurt am Main bei 7,9 Prozent. Vor einem Jahr waren es - wie im Vormonat - 8,1 Prozent.

Untergliedert nach Personengruppen ist gegenüber dem Vormonat bei allen Gruppen ein Rückgang feststellbar. Den deutlichsten Rückgang zeigt die Gruppe der unter 25Jährigen. Mit derzeit 2.500 jungen Menschen ist ein Minus von 5,3 Prozent gegenüber dem Vormonat und sogar minus 9,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu beobachten. Auch die Gruppe der über 55-Jährigen profitiert von der noch guten Arbeitsmarktlage in der Stadt Frankfurt. Obwohl diese Personengruppe erfahrungsgemäß immer sehr zeitnah von wirtschaftlichen Schwankungen betroffen ist, sind hier ebenfalls 0,5 Prozent Arbeitslose weniger als im September gemeldet.
Beim Vergleich des Abbaus der Arbeitslosigkeit von Männern und Frauen, schneiden die Männer besser ab: Während bei den Frauen die Erwerbslosigkeit gegenüber dem Vormonat um 1,3 Prozentpunkte gesunken ist, waren es bei den Männern 2,2 Prozent.

In der Stadt Frankfurt wird der Kundenbereich Arbeitslosengeld (ALG) I (Sozialgesetzbuch III) von der Agentur für Arbeit Frankfurt und der Kundenbereich ALG II (Sozialgesetzbuch II) von der Arbeitsgemeinschaft Rhein-Main Jobcenter GmbH (ARGE RMJ) betreut. Mit 73,4 Prozent ist der größte Teil der erwerbsfähigen Arbeitslosen bei der ARGE RMJ gemeldet. Im vergangenen Jahr lag der Anteil noch bei 79 Prozent.

In der Stadt Frankfurt sind zurzeit 19.766 Arbeitslose nach dem SGB II gemeldet. Gegenüber dem Vormonat entspricht dies einem Minus von 395 Personen oder zwei Prozent. Gegenüber dem Vorjahr ist der Rückgang von fast acht Prozent (minus 1.686 Erwerbslose) sehr bemerkenswert.

Im Bereich der Meldungen nach dem SGB II - untergliedert in Personengruppen - ist gegenüber dem Vorjahr auch hier bei allen Gruppen ein Abbau feststellbar. Vergleicht man allerdings gegenüber dem Vormonat ist bei den unter 25Jährigen ein leichter Anstieg (plus 0,8 Prozent) abzulesen.

Heike Hengster, Geschäftsführerin der ARGE RMJ: „Gerade bei unseren jungen Arbeitslosen sind wir sehr bemüht, diese in eine Beschäftigung auf den ersten Arbeitsmarkt zu bringen. Dazu sind die verschiedensten Anstrengungen auf allen Seiten nötig: in einigen Fällen müssen Sprachbarrieren abgebaut oder Schulabschlüsse nachgeholt werden, in anderen Fällen ist eine sozialpädagogische Betreuung erforderlich. Auf jeden Fall ist es bei jungen Menschen wichtig, dass sich diese nicht an eine Langzeitarbeitslosigkeit gewöhnen. Aber auch Menschen, die nur
gering qualifiziert sind, möglicherweise auch noch gesundheitliche Probleme haben und vielleicht schon lange arbeitslos sind, finden sehr schlecht einen neuen Job. Das wir immer noch einen Abbau der Arbeitslosigkeit zu verzeichnen haben, ist den vielen Maßnahmen und unserer umfangreichen Netzwerkarbeit zu verdanken.“

Ebenso im Bereich der Meldungen nach dem SGB III – von der Arbeitsagentur Frankfurt betreut – ist die Arbeitslosigkeit im Oktober rückläufig. Gegenüber dem Vormonat sind 105 (1,4 Prozent) Arbeitslosmeldungen weniger zu verzeichnen. Allerdings konnten die guten Ergebnisse des Vorjahres nicht erreicht werden. Ein Anstieg von über 25 Prozent gegenüber Oktober 2008 macht deutlich, dass die diese der Vergangenheit angehören.

Volker Erhard, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Frankfurt: „Noch können wir nicht absehen, wie sich die Arbeitslosigkeit weiter entwickeln wird. Das derzeitige gute Resultat wird aller Voraussicht nach in den Wintermonaten nicht mehr zu halten sein. Zurzeit können wir noch viel mit Weiterbildungsmaßnahmen, Kurzarbeit und Förderungen wie zum Beispiel Eingliederungszuschüssen auffangen. Ich hoffe, dass die Bereitschaft der Unternehmen ihrer Fachkräfte zu halten, nicht nachlässt. Unser Arbeitgeberservice hält weiterhin engen Kontakt mit den ortsansässigen Unternehmen, um nicht nur neue Arbeitsplätze zu akquirieren, sondern - so gut es geht - auch bestehende zu erhalten. Hierzu ist eine intensive Beratung über die zur Verfügung stehenden Möglichkeiten nötig. Zudem sind wir jetzt schon mit den Firmen im Gespräch, um Meldungen für Ausbildungsplätze in 2010 zu erhalten. Daher auch der Appell an alle Jugendlichen der kommenden Schulabschlussklassen: Überlegen Sie sich bereits jetzt, welcher Beruf Ihren Neigungen entspricht. Informieren Sie sich bei Ihrer Berufsberatung oder im Berufsinformationszentrum der Arbeitsagentur. Natürlich sind auch die Eltern willkommen. Eine Vielzahl von Berufen werden als Film im Internet unter www.berufe.tv/BA/ ausführlich vorgestellt. Zusätzlich berichten hier Auszubildende oder Praktikanten über ihre Erfahrungen in den verschiedenen Berufsbildern. Ich persönlich empfehle auch, diese Filme in den Schulunterricht zu integrieren.“