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06. Oktober 2009 - Alleinerziehend, aber nicht allein gelassen

Alleinerziehende haben das höchste Risiko dauerhaft hilfebedürftig zu bleiben. Daher ist es erklärtes Ziel der Rhein-Main Jobcenter GmbH (RMJ), die Vereinbarkeit von Familien- und Berufsleben zu verbessern. Alleinerziehende dürfen nicht aufgrund schlechter Rahmenbedingungen vom Arbeitsleben ausgeschlossen werden. Viele von ihnen sind gut qualifizierte Fachkräfte.

Ein Patentrezept zur Integration von Alleinerziehenden gibt es nicht, da die Ausgangsvoraussetzungen oft zu unterschiedlich sind. Deshalb begannen bereits im vergangenen Jahr umfangreiche Planungen in der RMJ zur Umsetzung einer ganzheitlichen Aktivierungsstrategie, um die oftmals ungenutzten und unentdeckten Fähigkeiten von Alleinerziehenden zu erkennen und zu beleben. In diesem Jahr sind nun mehrere Maßnahmen für Alleinerziehende mit kompetenten Partnern in Frankfurt am Main umgesetzt worden.

In der ersten Mobilisierungsphase sind 93 Kundinnen und Kunden in ein Vermittlungsprojekt eingetreten. Nach nur acht Wochen hatten die ersten fünf Bewerberinnen eine Beschäftigung im ersten Arbeitsmarkt gefunden – ob sozial engagiert oder im Dienstleistungssektor – sie fanden eine angemessene Tätigkeit als Sozialassistentin, Servicekraft, Buffetkassiererin oder Sekretärin.

Ein anderes Angebot wird der Personengruppe der über 30Jährigen gemacht. An zwei Vollzeittagen pro Woche erfahren die Frauen Stärkung der eigenen Fähigkeiten und Chancen durch gruppendynamische Prozesse und arbeitsmarktnaherVorbereitung. Mit beruflicher Orientierung, Bewerbungstraining im Zusammenspiel von Selbstverwirklichung und Arbeitsmarktrealitäten, versuchen die Teilnehmerinnen den ersten Schritt in den Arbeitsmarkt gemeinsam zu gehen. Erste Erfolgaussichten werden vom Bildungsträger berichtet. Ende Oktober werden die ersten Teilnehmerinnen das Seminar beenden – bestenfalls durch einen neuen Job.

Für junge Frauen mit Kleinkindern, die häufig noch keinen angemessenen Schul- und Berufsabschluss erreicht haben, wird mit Hilfe sozialpädagogischer Betreuung und intensiver Nachhilfe während einer täglichen verbindlichen Anwesenheit von drei Stunden Unterstützung und Begleitung für eine Zukunft mit Kind und Beruf gewährt. Die ersten Teilnehmerinnen haben die Maßnahmen bereits beendet und sind auf dem Wege Schul- und Berufsabschlüsse nachträglich und mit Begleitung nachzuholen.

Wenn auch die Kinderbetreuungsproblematik noch nicht flächendeckend gelöst ist, erweist sie sich aber nicht mehr als unumstößliches Hindernis. Langsam aber stetig verbessert und entspannt sich die Situation bei der Suche nach fachmännischer Betreuung in Frankfurt. Nach wie vor ist es jedoch schwierig, Teilzeitangebote sowohl für Fachkräfte als auch für Ungelernte auf dem regionalen Arbeitsmarkt zu finden. Auch die größeren Probleme lassen sich immer noch vorrangig auf eine fehlende Ganztagesbetreuung zurückführen. In einigen Arbeitsmarktbereichen wie dem Dienstleistungssektor (z. B. Verkaufshilfen, Reinigungskräfte, Call-Center- Agentinnen, Pflegekräfte), ist die Betreuungsfrage noch nicht gelöst. Deshalb liegen die Herausforderungen in besonderer Weise in der Umsetzung von flexiblen und
zumutbaren Arbeitszeitmodellen und flexibler, bezahlbarer und verlässlicher Kinderbetreuung. Ganztagesbetreuung bietet allein keine Lösung und andere Netzwerkhilfen sind nötig.

Dementsprechend bietet RMJ seit diesem Jahr ihren Kundinnen eine Maßnahme an, in der speziell der systematische Aufbau von Netzwerken initiiert und begleitet wird. Gleichzeitig wird durch Exkursionen und Gruppenveranstaltungen das aktive Netzwerk gelebt und die regionalen Angebote der Stadt Frankfurt werden den Teilnehmerinnen bekannt gemacht.

RMJ unterstützt die motivierten alleinerziehenden Ein-Eltern-Familien auf ihrem Weg in eine bessere und sichere Zukunft. Ein Perspektive, die es ermöglicht, Job und Kinder miteinander in Einklang zu bringen. Kein einfacher Weg wie viele Alleinerziehende wissen – doch ein lohnenswerter Weg.