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02. September 2009 - Der Arbeits- und Ausbildungsmarkt in der Stadt Frankfurt am Main

Die Krise macht in der Stadt Frankfurt im August eine Pause – auch saisonale Auswirkungen tragen nicht zu einem Anstieg der Arbeitslosigkeit bei

Entgegen des allgemeinen Trends sind die Arbeitslosenzahlen der Stadt Frankfurt im August erfreulicherweise rückläufig. Mit insgesamt 28.245 Arbeitslosen ist eine Minderung von 59 Personen gegenüber dem Vormonat eingetreten. Wie zu erwarten sieht der Vorjahresvergleich weniger günstig aus – hier hat sich die Gesamtzahl um fast zwei Prozent erhöht.

Die Arbeitslosenquote - bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen – liegt derzeit bei 8,3 Prozent. Dies entspricht zwar genau der Quote des Vormonates, ist aber eine geringfügige Steigerung gegenüber dem Vorjahr (8,2 Prozent). Nach Personengruppen betrachtet, sieht es – wie auch im Agenturbezirk Frankfurt – bei den unter 25-Jährigen am problematischsten aus. Bedingt durch das Schul- und Ausbildungsende im Sommer sind in der Stadt Frankfurt 2.967 Erwerbslose unter 25 Jahren gemeldet. Dies entspricht einem Anteil von 10,5 Prozent an der Gesamtzahl und einem Plus von 4,5 Prozent gegenüber dem Vormonat. Bei den über 55-Jährigen und den Ausländern ist erfreulicherweise die Zahl der Meldungen gegenüber dem Vormonat gesunken: Im August wurden 3.592 Erwerbslose über 55 Jahre (minus 23) und 10.722 Ausländer (minus 104) gezählt.

In der Stadt Frankfurt wird der Kundenbereich Arbeitslosengeld (ALG) I (Sozialgesetzbuch III) von der Agentur für Arbeit Frankfurt und der Kundenbereich ALG II (Sozialgesetzbuch II) von der Arbeitsgemeinschaft Rhein-Main Jobcenter GmbH (ARGE RMJ) betreut. Mit über 72 Prozent ist der größte Teil der erwerbsfähigen Arbeitslosen bei der ARGE RMJ gemeldet. Dies sind zurzeit 20.461 Personen und auch hier ist der Anteil der unter 25jährigen im August stark angestiegen – um 148 auf nunmehr 1.948. Während allerdings der Anteil der Jugendlichen an der Gesamtzahl bei der Arbeitsagentur 12,6 Prozent beträgt, liegt er bei der RMJ bei 9,7 Prozent.

Volker Erhard, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Frankfurt: „Zwar hat die RMJ GmbH mit gut 72 Prozent den Löwenanteil der Arbeitslosen in der Stadt zu betreuen, aber wir beobachten wegen der sich verschlechternden Arbeitsmarktlage seit einiger Zeit eine Verschiebung zu Ungunsten der Arbeitsagentur. Waren noch im August des letzten Jahres gut 21 Prozent der erwerbsfähigen Arbeitslosen zum Kundenkreis der Arbeitsagentur zu zählen, so sind es aktuell mit 7.784 schon fast 28 Prozent. Es gilt gerade jetzt die jungen Menschen in den Arbeitsmarkt zu integrieren, damit diese nicht zu sogenannten Hartz IV-Empfängern werden. Die im August stattgefundene Arbeitsplatzbörse für unter 25jährige Berufsanfänger zeigt schon die erstenIntegrationserfolge. Wir versuchen ständigen Kontakt zu den jungen Menschen zu halten, um auch eventuell Alternativen zum erlernten Beruf oder Weiterbildungsmöglichkeiten anbieten zu können. “

Heike Hengster, Geschäftsführerin der ARGE RMJ: “Der Anstieg an jugendlichen Arbeitslosen stellt für uns eine große Herausforderung dar. Unter anderem müssen hier vorab meist Vermittlungshemmnisse abgebaut werden. Wir müssen zuerst eine Grundlage schaffen, damit ein Schulabschluss oder eine Berufsausbildung absolviert werden kann. Unser Appell geht auch an die Unternehmen: Stellen Sie trotz der wirtschaftlich schwierigen Lage auch junge Menschen ein, die nicht so einfach in den Arbeitsmarkt zu integrieren sind. Die Rhein-Main Jobcenter GmbH kann hier mit bedarfsgerechten Integrations- und Fördermöglichkeiten die Arbeitsaufnahme unterstützen. Deshalb meine Bitte: Nutzen Sie unseren Service für Arbeitgeber – im „JobMobil Team“ kümmern sich zehn Fachkräfte um alle Belange der Arbeitgeber. Ob Sie einen festen Ansprechpartner, eine Vorauswahl passender Bewerber, oder eine Arbeitgeberberatung zu Fördermitteln benötigen – unser kostenloser Service steht Ihnen zur Verfügung! Ein Erfolg von JobMobil aus der jüngsten Vergangenheit: ein Großkunde aus dem Bereich Telekommunikation hat nach einer ausführlichen Beratung zwei Jugendliche über eine Einstiegsqualifizierung eingestellt und den Bedarf für das nächste Jahr bereits angemeldet:“

Im Bezug auf die Bewerber um eine Ausbildungsstelle scheint der ständige Kontakt zu den Jugendlichen Früchte zu tragen: von den seit Beginn des Berichtsjahres im Oktober 2008 gemeldeten 2.322 Ausbildungsuchenden in der Stadt Frankfurt, sind nur noch etwa 300 unversorgt. Die Fachkräfte der Arbeitsverwaltung werden auch in der nächsten Zeit zu diesen Bewerbern immer wieder Verbindung aufnehmen, um trotz der angespannten Wirtschaftslage eine Ausbildungsstelle oder Alternative zu finden. In diesem Zusammenhang wird nochmals darauf hingewiesen, dass die Bewerber sich abmelden, wenn sie selbst etwas Passendes gefunden haben. Auch wird darum gebeten, dass Ausbildungsplatzsuchende, die bereits eine Stelle gefunden haben und noch eine weitere Zusage erhalten haben, sich bei dem betreffenden Unternehmen abmelden, damit diese Stelle ebenfalls zeitnah besetzt werden kann.