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10. August 2009 - Der Arbeits- und Ausbildungsmarkt in der Stadt Frankfurt am Main

Arbeitslosenzahl im Stadtgebiet Frankfurt am Main entgegen den Trend weiter gesunken – unterschiedliche Entwicklung der Arbeitslosigkeit in den beiden Rechtskreisen

Auch im Sommermonat Juli ist die Zahl der Arbeitslosen in der Stadt Frankfurt weiter zurückgegangen. 28.304 Personen sind zurzeit arbeitslos gemeldet, das sind 186 Personen oder 0,7 Prozent weniger als im Vormonat.

Damit liegt die aktuelle Arbeitslosenzahl trotz der ungünstigeren wirtschaftlichen Ausgangslage noch um Minus 50 Personen oder 0,2 Prozent unter dem Vorjahreswert.

Die Arbeitslosenquote (bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen) in der Stadt Frankfurt ist im Juli um 0,1 Prozent gesunken und liegt nun bei 8,3 Prozent. Vor einem Jahr hatte sie bei 8,4 Prozent gelegen. Nach Personengruppen betrachtet, ist bei den meisten Gruppen ein Rückgang gegenüber dem Vormonat eingetreten. Eine leichte Zunahme von 0,4 Prozent (53 Personen) wird bei den Frauen registriert. Ein deutlicher Zugang zeigt sich bedauerlicherweise bei den unter 25 Jährigen. Seit Juni haben sich 358 junge Menschen mehr gemeldet. Das entspricht einem Anstieg von 14,4 Prozent auf jetzt 2.838 gemeldete Jugendliche und junge Erwachsene.

In der Stadt Frankfurt wird der Kundenbereich Arbeitslosengeld (ALG) I (Sozialgesetzbuch III) von der Agentur für Arbeit Frankfurt und der Kundenbereich ALG II (Sozialgesetzbuch II) von der Arbeitsgemeinschaft Rhein-Main Jobcenter GmbH (ARGE RMJ) betreut. Der Großteil, das sind aktuell mehr als 72 Prozent, ist bei der ARGE RMJ gemeldet.

Im Juli wurden im Bereich der Betreuung nach dem SGB II 20.457 Arbeitslose gezählt. Das entspricht einem Minus gegenüber dem Vormonat von 656 Personen (-3,1 Prozent).

Während der Anteil der Gesamtarbeitlosen im Rechtskreis des SGB III angestiegen ist, hat sich die Zahl derjenigen, die in den Bereich des SGB II fallen und von der Rhein-Main Jobcenter GmbH betreut werden, weiter verringert. Im Vergleich zum Vorjahr sind es 1.766 Personen oder 7,9 Prozent weniger. Auch der Anstieg bei den unter 25 Jährigen zeigt sich im Bereich des SGB II im Vormonatsvergleich nur gering mit einem Plus von 2,3 Prozent oder absolut 41 jungen Menschen. Wesentlich deutlicher ausgeprägt ist die Zunahme im Bereich des SGB III mit 46,6 Prozent (317 Personen). Im Vergleich zum Vorjahr liegt die aktuelle Zahl der im Rhein-Main Jobcenter gemeldeten jungen Erwachsenen aber noch um 11,9 Prozent ( absolut
- 248) unter dem Vorjahreswert.

„Besonders vor dem Hintergrund der noch immer krisengeprägten Wirtschaftslage ist der erneute Rückgang der Arbeitslosenzahl ein positives Zeichen für die Stadt Frankfurt“, betont Claudia Czernohorsky- Grüneberg, Geschäftsführerin der Rhein- Main Jobcenter GmbH: „Annähernd ein Viertel der Abgänge hat wieder eine Erwerbstätigkeit aufnehmen können, andere befinden sich in einer Ausbildung oder einer geförderten Vorbereitung. Wir haben viele gute Kontakte zu Arbeitgebern aufgebaut und diese durch unbürokratische und flexible Zusammenarbeit intensiviert. Als sehr wirksamer Türöffner hat sich unser Magazin „Jobmobil“ erwiesen. Innerhalb einer Woche konnten allein anhand der in „Jobmobil“ veröffentlichten Bewerberprofile bereits sechs Bewerber wieder in den Arbeitsmarkt integriert werden. Um noch wirkungsvoller agieren zu können, erschließen wir deshalb auch weiterhin neue Möglichkeiten und bauen bürokratische Hürden ab. In Planung ist zum Beispiel ein Strategiepapier gegen Jugendarbeitslosigkeit für den Bereich des SGB II.“

Volker Erhard, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Frankfurt am Main ergänzt: „Die intensive Zusammenarbeit der Arbeitsmarktakteure ist Basis eines gemeinsamen erfolgreichen Handelns. Wie sich mögliche Entwicklungen auf den Arbeitsmarkt niederschlagen, ist von vielen unterschiedlichen Faktoren abhängig. Der aktuelle Anstieg bei den unter 25 Jährigen ist saisonal bedingt. Erschwerend kommt in diesem Jahr hinzu, dass es aufgrund der Wirtschaftslage weniger freie Stellen gibt als im letzten Jahr. Zudem wird bei vielen Stellenausschreibungen Berufserfahrung gefordert. Viele Jugendliche und junge Erwachsene beenden zurzeit ihre Ausbildungen, werden von ihren Ausbildungsbetrieben nicht übernommen und suchen einen neuen Arbeitsplatz. Deshalb appellieren wir an die Unternehmen, diesen jungen Fachkräften die Chance zu geben, zügig in das Berufsleben einzusteigen. Denn nur so können Sie die für beide Seiten wertvolle Berufserfahrung sammeln."

Von den auf dem Ausbildungsmarkt seit Beginn des Berichtsjahres gemeldeten 2.231 Bewerbern in der Stadt Frankfurt am Main sind noch 558 Bewerber unversorgt. Trotz der im Vorjahresvergleich deutlich schlechteren Wirtschaftslage, sind dies sogar 130 Jugendliche oder 18,9 Prozent weniger als im Vorjahr. Bei den noch unversorgten Bewerbern fällt weiterhin ein hoher Anteil an Bewerber aus den Vorjahren auf. Von diesen sogenannten Altbewerbern hatten 133 Bewerber bereits im Vorjahr die Schule verlassen, 192 stammen sogar aus noch früheren Jahren. Von allen unversorgten Bewerbern haben 186 einen Hauptschul- und 199 einen Realschulabschluss. Der am häufigsten geäußerte Vermittlungswunsch der Bewerber liegt bei den Dienstleistungsberufen.