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02. Juli 2009 - Der Arbeits- und Ausbildungsmarkt in der Stadt Frankfurt am Main

Arbeitsmarkt im Aufwind – Arbeitslosenquote liegt bei 8,4 Prozent. Der Ausbildungsmarkt bietet gute Chancen für Stellenbewerber

Erneut sind auch im Juni die Arbeitslosenzahlen in der Stadt Frankfurt gegenüber dem Vormonat rückläufig - und zwar um 551 Personen oder 1,9 Prozent auf nunmehr 28.490 arbeitslose Erwerbsfähige. Im Vergleich zum guten Vorjahr ist allerdings ein Anstieg von 1,5 Prozent zu verzeichnen.

In der Stadt Frankfurt wird der Kundenbereich Arbeitslosengeld (ALG) I (Sozialgesetzbuch III) von der Agentur für Arbeit Frankfurt und der Kundenbereich ALG II (Sozialgesetzbuch II) von der Arbeitsgemeinschaft Rhein-Main Jobcenter GmbH (ARGE RMJ) betreut. Der Löwenanteil mit über 74 Prozent ist bei der ARGE RMJ gemeldet.

Die Stadt Frankfurt am Main zählt im Juni 28.490 Arbeitslose. Dies entspricht einer Quote von 8,4 Prozent (Vormonat 8,6 Prozent) bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen. Nach Personengruppen betrachtet, ist überall ein Rückgang gegenüber dem Vormonat eingetreten. Lediglich bei den über 55-Jährigen sind mit sechs Arbeitslosen mehr jetzt 3.731 Personen festgehalten. Erfreulich ist vor Allem der Rückgang bei den unter 25-Jährigen gegenüber dem Vormonat und auch gegenüber dem Vorjahr. Hier sind aktuell 2.480 Jugendliche gemeldet, was einem Minus von 5,5 Prozent gegenüber dem Vormonat und 6,8 Prozent gegenüber dem
Vorjahr entspricht.

Im Juni wurden im Bereich der Betreuung nach dem SGB II 21.113 Arbeitslose gezählt. Das entspricht einem Minus gegenüber dem Vormonat von 493 Personen. Fast 42 Prozent hiervon sind Ausländer (8.827), aber erfreulicherweise ist hier ebenfalls ein Rückgang von 218 Personen gegenüber dem Vormonat zu beobachten. Die Zahl der über 55-jährigen dagegen liegt mit einem leichten Plus von 11 Personen gegenüber der des Vormonats bei nunmehr 2.472. Bei den jüngeren Arbeitslosen unter 25 Jahren ist dagegen ein Minus von 84 auf jetzt 1.800 (Vorjahr 1.916) eingetreten.

Heike Hengster, Geschäftsführerin der ARGE RMJ: “Der erneute Rückgang der Arbeitslosigkeit lässt sich unter anderem auch auf die diesjährige verspätete Frühjahrsbelebung zurückführen. Lediglich im Bereich bei den älteren Arbeitslosen ist ein leichtes Plus zu beobachten. Obwohl wir in den letzten Monaten auch hier einen leichten Anstieg bei den Abgängen in Erwerbstätigkeit sehen können, werdenwir unsere Bemühungen weiter intensivieren müssen, auch gerade weil ältere Langzeitarbeitslose schwer in den Arbeitsmarkt zu integrieren sind. Dabei können Arbeitgeber gerade bei dieser Altersgruppe auf großes Fachwissen zurück greifen. Bei einer gegebenenfalls notwendigen Auffrischung des Fachwissens stehen wir gerne unterstützend zur Verfügung. Bei fast einem Viertel der Abgänge aller registrierten Arbeitslosen wurde eine Erwerbstätigkeit aufgenommen und wie bereits in den Vormonaten, liegt der Schwerpunkt des Abgangs in Erwerbstätigkeit zu zwei Drittel bei den Dienstleistungsberufen.“

Von den auf dem Ausbildungsmarkt seit Beginn des Berichtsjahres gemeldeten 2.093 Bewerbern in der Stadt Frankfurt am Main sind bisher noch 954 unversorgt. Dies ist eine Steigerung von über sechs Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat, obwohl es im Bezirk der Arbeitsagentur Frankfurt am Main noch über 2.000 Ausbildungsstellen zu besetzen gibt. Auffallend ist die hohe Zahl der unversorgten Bewerber aus den Vorjahren, der sogenannten Altbewerber. 247 sind noch aus dem Vorjahr und sogar 296 aus noch früheren Jahren. Von allen
unversorgten Bewerbern haben 317 einen Hauptschul- und 367 einen Realschulabschluss. Der am häufigsten geäußerte Vermittlungswunsch der Bewerber liegt bei den Dienstleistungsberufen.

Volker Erhard, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Frankfurt: „Die Zunahme der unversorgten Ausbildungsbewerber macht uns sehr zu schaffen. Leider lässt sich die Ursache hierfür nicht feststellen – im Gegenteil: Die Bemühungen der Arbeitsagenturen und Jobcenter um die Jugendlichen sind seit Jahren gestiegen. Die Angebote der Berufsberatung wurden intensiviert und es entstanden bei der Bundesagentur hervorragende Webseiten, auf denen Hilfen für Bewerberinnen und Bewerber mit den verschiedensten Schulabschlüssen und
Berufswünschen und auch für deren Eltern zur Verfügung gestellt werden. Wir stellen ein zunehmendes Desinteresse – gerade auch bei den Altbewerbern - fest. Dabei ist es immens wichtig, hier am Ball zu bleiben, um den Anschluss nicht zu verpassen. Wir versuchen zwar, für jeden Jugendlichen eine Alternative zu finden, aber dabei sind wir auch auf die Mitarbeit der jungen Menschen und deren Eltern angewiesen. Sich nur bei der Berufsberatung zu melden, damit der Anspruch auf Kindergeld bestehen bleibt, ist nicht ausreichend. Der Besuch im
Berufsinformationszentrum, bei den Fachkräften der Berufsberatung, bei Ausbildungsplatzbörsen und Berufsbildungsmessen ist wichtig, um eine Vorstellung von den Möglichkeiten zu gewinnen, um dann die eigenen Berufswünsche konkretisieren zu können. “