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30. April 2009 - Der Arbeitsmarkt- Ausbildungsmarkt im April 2009 in der Stadt Frankfurt am Main

Der Anstieg der Arbeitslosigkeit in der Stadt Frankfurt setzt sich erwartungsgemäß weiter fort. Die Arbeitslosenquote liegt jetzt bei 8,9 Prozent

Mit 29.803 Arbeitslosen ist im April 2009 eine Steigerung von zwei Prozent (plus 349) gegenüber dem Vormonat eingetreten. Ebenfalls im Vorjahresvergleich ist die Arbeitslosigkeit zum ersten Mal seit Monaten wieder angestiegen. Hier liegt ein Plus von 1,4 Prozent (417) an arbeitslosen Erwerbstätigen vor. Die Quote von 8,9 Prozent, bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen, lag im Vormonat bei 8,7 und im Vorjahr bei 8,8 Prozent.

Nach Personengruppen betrachtet, gibt es – bis auf die Jugendlichen unter 25 Jahren - überall einen Anstieg gegenüber dem Vormonat. Den größten Zuwachs der Arbeitslosigkeit mit fast fünf Prozent hat die Gruppe der Älteren über 55 betroffen. Hier macht sich die momentane Wirtschaftskrise besonders bemerkbar. Viele Zeitverträge bei Personaldienstleistern konnten auf Grund der ungewissen Arbeitsmarktsituation nicht verlängert werden. Ebenfalls ungelernte Arbeitskräfte sind zur Zeit verstärkt von Entlassungen betroffen.

In der Stadt Frankfurt wird der Kundenbereich Arbeitslosengeld (ALG) I (Sozialgesetzbuch III) von der Agentur für Arbeit Frankfurt und der Kundenbereich ALG II (Sozialgesetzbuch II) von der Arbeitsgemeinschaft Rhein-Main Jobcenter GmbH (ARGE RMJ) betreut. Mit über 74 Prozent ist der größte Teil der erwerbsfähigen Arbeitslosen bei der ARGE RMJ gemeldet. Im letzten Monat waren dies noch 75 Prozent, was – wie auch schon im Vormonat – erneut eine leichte
Verschiebung zum Kundenbereich ALG I erkennen lässt.

Zurzeit sind in der Stadt Frankfurt 22.162 Arbeitslose nach dem SGB II gemeldet, das sind 168 Personen oder fast ein Prozent mehr als im Vormonat. Somit schlägt auch hier die schlechte Wirtschaftliche Lage zu Buche, obwohl gegenüber dem Vorjahr noch eine Minus von vier Prozent zu registrieren ist. Über 41 Prozent der gemeldeten arbeitslosen Erwerbsfähigen sind Ausländer (9.040). Hier wird auch - zusammen mit den über 55-jährigen - der höchste Anstieg gegenüber dem Vormonat beobachtet. Mit einem Plus von 1,2 Prozent sind jetzt 9.040 Personen ohne deutschen Pass gemeldet. Die Zahl der über 55-jährigen liegt mit einem Plus von 81 Personen
(3,3 Prozent) gegenüber der des Vormonats bei 2.506. Lediglich bei den 1.953 Jugendlichen unter 25 Jahren ist ein erfreulicher Rückgang von 2,7 Prozent gegenüber dem Vormonat zu melden. Fast 1.000 der bei der RMJ gemeldeten Erwerbslosen sind im Monat April In eine Erwerbstätigkeit abgegangen. Der Schwerpunkt lag hier bei Helfertätigkeiten und im Teilzeitbereich.

Robert Standhaft, Geschäftsführer der ARGE RMJ: „Es war abzusehen, dass auch die Arbeitslosigkeit im Bereich der Kundengruppe des SGB II ansteigen wird. Zwar ist dieser Anstieg mit noch nicht einmal einem Prozent noch relativ moderat ausgefallen, aber es wird sich, trotz all unserer Bemühungen, eine weitere Erhöhung der Arbeitslosigkeit nicht vermeiden lassen. Bislang ist noch nicht abzusehen, wie sich die momentane Krise auf dem Arbeitsmarkt weiter entwickelt, aber wir versuchen unter anderem mit Weiterbildungsmaßnahmen so gut wie möglich gegen zu steuern.“

Ausbildungsmarkt: Seit Beginn des Berichtsjahres im Oktober 2008 haben sich im Stadtbezirk Frankfurt 1.609 Bewerber um eine Ausbildungsstelle gemeldet. Dies sind über 18 Prozent weniger als im Vorjahr und teilen sich in 65 Prozent Deutsche und 35 Prozent Ausländer auf. Allein im Berichtsmonat haben sich 255 Bewerber neu um eine Ausbildungsstelle gemeldet. Lediglich ein Prozent aller Bewerber interessieren sich für einen technischen Beruf, gefolgt von 27 Prozent Prozent, die Interesse an Fertigungsberufen haben. Am beliebtesten sind mit 70 Prozent nach wie vor die Dienstleistungsberufe. Zur Zeit sind noch 966 der in der Stadt Frankfurt gemeldeten Ausbildungsuchenden unversorgt. Die meisten der unversorgten Bewerber haben einen Hauptschul- (26,7 Prozent) oder Realschulabschluss (36,4 Prozent). Bei einem Drittel handelt es sich um Bewerber aus diesem Schulabgangsjahr, der Rest ist aus den Vorjahren.

Volker Erhard, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Frankfurt: „Tatsache ist, dass momentan zuerst die ungelernten Arbeitskräfte entlassen werden. Dies macht uns allen erneut deutlich, wie wichtig es ist, dafür zu sorgen, dass alle Jugendlichen eine Ausbildung absolvieren. Hier sind nicht nur die Lehrer in den Schulen, sondern auch die Eltern und Unternehmen gefordert. Eltern müssen sich mit ihren Kindern gemeinsam frühzeitig nach Möglichkeiten für eine Ausbildung oder geeignete Alternativen bemühen. Die Fachkräfte der Agentur für Arbeit und Rhein- Main Jobcenter GmbH Frankfurt stehen hier genauso zur Verfügung wie zahlreiche Internetplattformen und Informationszentren, die speziell für diese wecke von der Bundesagentur eingerichtet wurden. An die Unternehmen appelliere ich, auch in wirtschaftlich schweren Zeiten (über Bedarf) auszubilden. Der Arbeitsmarkt wird sich erholen und dann stehen erfahrungsgemäß erneut zu wenig Fachkräfte zur Verfügung. Dann sind Arbeitgeber, die sich ihre Fachleute selbst herangebildet haben, klar im Vorteil.“