30. Januar 2009 - Der Arbeitsmarkt im Januar 2009 der Stadt Frankfurt am Main
Nach den guten Zahlen in den Vormonaten sind nun auch die Arbeitslosenzahlen in der Stadt Frankfurt im Januar angestiegen. Mit insgesamt 28.515 Arbeitslosen ist eine Steigerung von fast sechs Prozent gegenüber dem Vormonat eingetreten. Gegenüber dem Vorjahr ist dies zur Zeit noch ein Minus von fast sieben Prozent. Der Anstieg im Januar ist einerseits in der angespannten Arbeitsmarktlage und andererseits saisonal zu begründen. Allerdings fiel der Anstieg Januar 2008 zum Dezember 2007 mit knapp zwei Prozent vergleichsweise gering aus.
Von den 28.515 Arbeitslosen, die die Stadt Frankfurt im Januar zählt, sind 18.586 oder 65,2 Prozent ohne Ausbildung. Über zwölf Monate – also langzeitarbeitslos – sind 37,6 Prozent. 2.685 erwerbslose Jugendliche sind unter 25 Jahre und davon allein über ein viertel sechs Monate und länger arbeitslos. Fast 24 Prozent (6.789) der gemeldeten Arbeitslosen sind über 50 Jahre alt und darunter 3.548 über 55 Jahre – hier ist mit fast sieben Prozent auch der stärkste Zuwachs gegenüber dem Vormonat zu beobachten. Mit fast 40 Prozent (11.100) ist der Ausländeranteil am höchsten. Der Anteil der Schwerbehinderten ist dagegen mit 1.720 Personen oder sechs Prozent an allen Arbeitslosen am geringsten.
In der Stadt Frankfurt wird der Kundenbereich Arbeitslosengeld (ALG) I (Sozialgesetzbuch III) von der Agentur für Arbeit Frankfurt und der Kundenbereich ALG II (Sozialgesetzbuch – SGB II) von der Arbeitsgemeinschaft Rhein-Main Jobcenter GmbH (ARGE RMJ) betreut. Mit 76,5 Prozent ist der größte Teil der erwerbsfähigen Arbeitslosen bei der ARGE RMJ registriert (Vormonat: 78,6%).
Zurzeit sind in der Stadt Frankfurt 21.803 Arbeitslose nach dem SGB II gemeldet. Das entspricht einem Plus gegenüber dem Vormonat von 641 Personen. Fast 42 Prozent hiervon sind Ausländer (9.058), und auch hier ist ein Anstieg von 322 Personen (3,7 Prozent) gegenüber dem Vormonat zu beobachten. Die Zahl der über 55-jährigen liegt mit einem Plus von vier Prozent gegenüber dem Vormonats bei 2.440. Auch bei den Jüngeren unter 25 Jahren ist ein – wenn auch nicht so stark ausgeprägter – Anstieg zu beobachten. Hier sind mit nunmehr 1.978 Arbeitslosen 1,5 Prozent mehr als im Dezember 2008 gemeldet.
Robert Standhaft, Geschäftsführer der ARGE RMJ: „Mit einem Anstieg der Arbeitslosenzahlen im Januar von drei Prozent gegenüber dem Vormonat können wir nicht zufrieden sein und ich gehe davon aus, das sich hier im Laufe des Jahres noch eine Verschlechterung abzeichnen wird. Zur Zeit ist auch ein hoher Zugang von Arbeitslosen, die Anspruch auf ALG I haben, zu verzeichnen. Sollten diese nicht in Arbeit gebracht werden können, müssen wir über kurz oder lang ebenfalls mit einem erhöhten Anstieg der ALG II-Kunden rechnen.“
Der Zugang von 6.203 Arbeitslosen im Januar in der Stadt Frankfurt, teilt sich wie folgt auf: 2.859 bei SBG III und 3.344 bei SGB II. Dies entspricht einem Verhältnis von 46 zu 54 Prozent. Betrachtet man allerdings den Zugang aus einer Erwerbstätigkeit (3.121), so liegt das Verhältnis bei 67 (ALG I) zu 33 Prozent (ALG II). Dies macht deutlich, dass sich überdurchschnittlich viele Personen neu arbeitslos gemeldet haben und erklärt den Anstieg von über 16 Prozent (plus 948) bei den Arbeitslosen nach dem SGB III auf nunmehr 6.712 in der Stadt Frankfurt.
Volker Erhard, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Frankfurt: „Der hohe Anteil der Arbeitslosen ohne Ausbildung spricht für sich. Hier lässt sich deutlich ablesen, wie wichtig es ist – auch während bestehender Berufstätigkeit – eine Aus- oder Weiterbildung anzustreben. Erfahrungsgemäß werden qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in wirtschaftlich schwierigeren Zeiten nicht so schnell entlassen, wie Personen ohne Ausbildung. Die Unternehmen werden sich natürlich von ihren Fachkräften, falls überhaupt, erst so spät wie möglich trennen. Ich rate jedem, die Zeit der Arbeitslosigkeit oder Kurzarbeit für eine persönliche Aus- oder Weiterbildung nutzen. Die vielfältigen Möglichkeiten sind in der Weiterbildungsdatenbank der Arbeitsagentur unter www.arbeitsagentur.de > „KursNet“ zu sehen. Über eventuelle finanzielle Hilfen beraten die jeweiligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Arbeitsvermittlung“.


