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21. Januar 2009 - Der Arbeitsmarkt im Dezember und im Jahresdurchschnitt 2008 in der Stadt Frankfurt am Main

Obwohl die Zahl der Arbeitslosen in Hessen und im Agenturbezirk Frankfurt erwartungsgemäß angestiegen ist, ist in der Stadt Frankfurt noch ein Rückgang zu verzeichnen.

Dieser Rückgang betrifft aber ausschließlich den Kundenbereich der Arbeitsgemeinschaft Rhein-Main Jobcenter GmbH (ARGE RMJ). Mit insgesamt 21.162 Arbeitslosen ist hier eine Minderung von 0,7 Prozent gegenüber dem Vormonat und fast 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr eingetreten. Die Anzahl der von der Arbeitsagentur in der Stadt Frankfurt betreuten Personen ist dagegen um 1,8 Prozent gegenüber dem Vormonat auf 5.764 gestiegen.

In der Stadt Frankfurt wird der Kundenbereich Arbeitslosengeld (ALG) I (Sozialgesetzbuch III) von der Agentur für Arbeit Frankfurt und der Kundenbereich ALG II (Sozialgesetzbuch II) von der Arbeitsgemeinschaft Rhein-Main Jobcenter GmbH (ARGE RMJ) betreut. Mit über 78 Prozent ist der größte Teil der erwerbsfähigen Arbeitslosen bei der ARGE RMJ gemeldet.

Die Stadt Frankfurt am Main zählt im Dezember 26.926 erwerbsfähige Arbeitslose. Dies entspricht einer Quote von acht Prozent (Vorjahr neun Prozent) bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen. Im Vormonat lag die Zahl mit 26.984 noch geringfügig höher, allerdings ist die Quote gleichgebelieben.

Volker Erhard, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Frankfurt: „Ich bin froh, das der allgemeine Anstieg der Arbeitslosen die Stadt Frankfurt noch nicht erreicht hat. Gerade die Wirtschaftskrise im Bankensektor betrifft diese natürlich besonders. Es ist wichtig, von einem guten Ausgangspunkt ins neue Jahr zu starten. Ich gehe davon aus, dass im neuen Jahr trotz vermehrter Inanspruchnahme der Kurzarbeit und anderer arbeitsmarktpolitischer Programme die Arbeitslosenzahlen steigen werden. Unter anderem durch die personelle Aufstockung unseres Arbeitgeberservices wollen wir den Unternehmern durch noch intensivere Beratung ermöglichen, ihre Arbeitnehmer weiter beschäftigen zu können, damit die Fachkräfte dem Unternehmen erhalten bleiben. Ich appelliere daher an alle Arbeitgeber, sich bei Fragen rund um den Arbeitsmarkt an Ihre zuständigen Vermittlungsfachkräfte zu wenden. Oft ergeben sich aus den Gesprächen Hilfen, die den Betrieben bislang noch nicht bekannt waren“.

Nach Personengruppen betrachtet, ist - bis auf die Gruppe der über 55-Jährigen - überall ein Rückgang gegenüber dem Vorjahr eingetreten. Der Anstieg bei der Älteren ist allerdings damit zu erklären, dass der Gesetzgeber die rechtlichen Rahmenbedingungen angepasst hat: Vom 01.01.2008 an gelten erwerbsfähige Hilfebedürftige, die nach dem 01.01.2008 das 58. Lebensjahr vollendet haben, erst dann als nicht arbeitslos, wenn ihnen für die Dauer von mindestens zwölf Monaten keine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung angeboten werden konnte. Davor galt die sogenannte „58er Regelung“. Demnach konnten über 58-jährige Arbeitslose und erwerbsfähige Hilfebedürftige, Arbeitslosengeld und Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts erhalten, auch wenn sie nicht arbeitsbereit waren und nicht alle Möglichkeiten nutzen wollten, um durch Aufnahme einer Arbeit ihre Hilfebedürftigkeit zu beenden.

Beim Vergleich der Personengruppen gegenüber dem Vormonat ist ebenfalls ein - wenn auch geringfügiger - Anstieg bei den Älteren zu beobachten (Plus 0,2 Prozent). Auch bei den Ausländern ist die Zahl um 0,1 Prozent gestiegen.

Zurzeit sind in der Stadt Frankfurt 21.162 Arbeitslose nach dem SGB II gemeldet. Das entspricht einem Minus gegenüber dem Vormonat von 159 Personen. Über 41 Prozent hiervon sind Ausländer (8.736), aber auch hier ist eine Rückgang von 41 Personen gegenüber dem Vormonat zu beobachten. Die Zahl der über 55-jährigen liegt mit einem leichten Minus von 17 Personen gegenüber der des Vormonats bei 2.347. Die Zahl der Jüngeren unter 25 Jahren ist erfreulicherweise auf nunmehr 1.946 Arbeitslose gesunken. Gegenüber dem Vorjahr ist dies ein Minus von fast 16 Prozent.

Robert Standhaft, Geschäftsführer der ARGE RMJ: “Nach dem kontinuierlichen Anstieg des Anteils der Ausländer an den bei RMJ gemeldeten Arbeitslosen, ist jetzt erfreulicherweise ein Rückgang zu beobachten. Das bestätigt unsere Bemühungen, hier ganz besonders anzusetzen. Durch verschiedene Programme, wie etwa Deutschkurse und Hilfen für ausländische Jugendliche wollen wir hier weiterhin erfolgreich gegensteuern. Auch, das entgegen des allgemeinen Trends, die Gesamtzahl der erwerbsfähigen Hilfebedürftigen zurückgegangen ist, zeugt von der Effizienz unserer Arbeit.“.

Jahresdurchschnittswerte
Der Jahresdurchschnitt in der Stadt Frankfurt für 2008 liegt bei 28.419 Arbeitslosen. Dies sind 11,4 Prozent oder 3.649 Personen weniger als im Jahresdurchschnitt 2007. Der stärkste Vorjahresrückgang wurde bei den Jüngeren unter 25 Jahren erzielt. Wurden hier in 2007 noch 3.206 gezählt, waren es in 2008 mit einem Minus von 13,8 Prozent noch 2.763 Jugendliche. Allerdings ist auch der Rückgang bei den Älteren über 55 Jahren (minus 6,3 Prozent) und den Ausländern (minus 9,7 Prozent) erwähnenswert.

Die Arbeitslosenquote – bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen - ist von durchschnittlich 9,5 Prozent in 2007 auf 8,5 Prozent in 2008 gefallen. Bezogen auf abhängige zivile Erwerbspersonen ergeben sich folgende Prozentwerte (Vorjahr in Klammern):
Insgesamt 9,6 (10,9)
Männer 10,2 (11,7)
Frauen 8,9 (10,0)
Ausländer 15,5 (17,2) und
Jüngere unter 25 Jahren 9,3 (10,5).
Der Stellenbestand der ungeförderte Stellen in der Stadt Frankfurt ist um 580 auf 8.476 im Jahresdurchschnitt gestiegen.