13. August 2008 - Der Arbeitsmarkt in Frankfurt am Main
Der Sommer verursacht eine kleine Pause am Arbeitsmarkt - leichter Anstieg der Arbeitslosigkeit um ein Prozent in der Stadt Frankfurt.
Wie in jedem Jahr sind auch in diesem Juli die Arbeitslosenzahlen leicht angestiegen. Zur Zeit werden in der Stadt Frankfurt 28.355 arbeitslose Erwerbsfähige gezählt – 294 mehr als im Vormonat – dies entspricht einer Steigerung von einem Prozent.
In der Stadt Frankfurt wird der Kundenbereich Arbeitslosengeld (ALG) I (Sozialgesetzbuch III) von der Agentur für Arbeit Frankfurt und der Kundenbereich ALG II (Sozialgesetzbuch II) von der Arbeitsgemeinschaft Rhein-Main Jobcenter GmbH (ARGE RMJ) betreut.
Die 28.355 Arbeitslosen der Stadt Frankfurt am Main entsprechen einer Quote von 8,4 Prozent aller zivilen Erwerbspersonen (Vorjahr 9,6 Prozent). 78 Prozent sind bei der ARGE RMJ gemeldet.
Erneut ist bei den jungen Arbeitslosen unter 25 Jahren im Bereich des SGB III der größte Anstieg zu bemerken: die 873 Meldungen liegen um 17,3 Prozent über denen des Vormonats (im SGB II Bereich sind es neun Prozent.) Durch Beendigung der Ausbildung und keine Übernahme in ein anschließendes Arbeitsverhältnis mussten sich viele junge Menschen bei der Arbeitsagentur und ARGE RMJ vorsorglich arbeitslos melden. Ein weiterer Anstieg der Arbeitslosenzahl entsteht auch jeweils durch ein Quartalsende. Volker Erhard, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Frankfurt: „Bedingt durch das Quartalsende im Juni kam es zu Beendigungen von zum Teil auch langjährigen Arbeitsverhältnissen. Diese werden in der Regel zur Jahresmitte oder zum Jahresende beendet, sodass zu dieser Zeit ebenfalls immer ein Anstieg der Zahlen zu beobachten ist.“
Im Juli wurden im Bereich der Betreuung nach dem SGB II 22.206 Arbeitslose gezählt. Das entspricht einem Minus gegenüber dem Vormonat von 58 Personen. Über 41 Prozent hiervon sind Ausländer (9.188), aber auch hier ist ein Rückgang von 30 Personen gegenüber dem Vormonat zu beobachten (gegenüber dem Vorjahr minus 709). Die Zahl der über 55-jährigen liegt mit einem leichten Plus von 3 Personen gegenüber der des Vormonats bei 2.348.
Interessant ist auch die Betrachtung des Anteils der jeweiligen Personengruppen an der Gesamtzahl der SGB-II oder SGB–III Kundengruppen. Über 15 Prozent ist der Anteil der 55 jährigen bei der Arbeitsagentur, bei RMJ sind es nicht ganz elf Prozent. Dafür liegt der Ausländeranteil bei RMJ bei über 41 und bei der Arbeitsagentur bei 28 Prozent. Auch der Anteil der Erwerbslosen unter 25 Jahre unterscheidet sich deutlich. Bei RMJ sind es 9,4 und bei der Arbeitsagentur 14,2 Prozent.
Diese Betrachtung macht deutlich, welche unterschiedlichen Anforderungen zu bewältigen sind. Bei dem erhöhten Anteil der Älteren bei der Arbeitsagentur muss bedacht werden, dass es sich hierbei auch um Langzeitarbeitslose handelt, bei denen rückwirkend ab dem 1. Januar 2008 die maximale Anspruchsdauer erhöht wurde. Im gesamten Agenturbezirk waren dies immerhin etwa 3.200 Personen.
Robert Standhaft, Geschäftsführer der ARGE RMJ: “Gerade der hohe Anteil an ausländischen Arbeitslosen stellt für uns eine große Herausforderung dar. Unter anderem müssen hier vorab Sprachkurse initiiert werden, damit die Grundlage für einen Schulabschluss oder eine Berufsausbildung geschaffen wird. Um die Eingliederung in den allgemeinen Arbeitsmarkt so weit wie möglich erfolgreich zu gestalten, stellen wir mit Unterstützung einzelner Bildungsträger diverse Arbeitsgelegenheiten, den Frankfurter Weg zum Berufsabschluss, Sprach- und Integrationskurse und individuelle Maßnahmen zur Verfügung. Ähnliche Anstrengungen werden auch unternommen, um jugendliche Arbeitslose so schnell wie möglich in eine Beschäftigung - besser noch Ausbildung - zu bringen. Wichtig ist dabei ebenfalls die enge Zusammenarbeit mit Arbeitgebern, um hier eventuell auch über eine Beratung der finanziellen Hilfen erfolgreiche Integrationen zu erreichen“.
Seit Beginn des Berichtsjahres im Oktober 2007 haben sich im Stadtbezirk Frankfurt 2.312 Bewerber für eine Ausbildungsstelle bei der Arbeitsagentur Frankfurt gemeldet. Dies sind über 30 Prozent weniger als im Vorjahr und teilen sich in 68 Prozent Deutsche und 32 Prozent Ausländer auf. Nach Schulabgangsjahr sind 680 Bewerber aus dem Berichtsjahr, die anderen sind aus dem Vorjahr (572) oder noch früheren Jahren.(PR)


