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8. Juli 2008 - Arbeitsmarkt weiter im Aufwind

Arbeitslosenquote liegt bei 8,3 Prozent.
Der Ausbildungsmarkt bietet gute Chancen für Stellenbewerber

Erneut sind auch im Juni die Arbeitslosenzahlen in der Stadt Frankfurt um 505 Personen oder 1,8 Prozent gegenüber dem Vormonat rückläufig. Die Differenz zum Vorjahr beträgt sogar 10,9 Prozent.

In der Stadt Frankfurt wird der Kundenbereich Arbeitslosengeld (ALG) I (Sozialgesetzbuch III) von der Agentur für Arbeit Frankfurt und der Kundenbereich ALG II (Sozialgesetzbuch II) von der Arbeitsgemeinschaft Rhein-Main Jobcenter GmbH (ARGE RMJ) betreut.

Die Stadt Frankfurt am Main zählt im Juni 28.061 Arbeitslose. Dies entspricht einer Quote von 8,3 Prozent aller zivilen Erwerbspersonen (Vorjahr 9,4 Prozent). Der Löwenanteil mit über 76 Prozent ist bei der ARGE RMJ gemeldet.

Nicht überraschend ist der Anstieg bei den jungen Arbeitslosen unter 25 Jahren im Bereich des SGB III um 7,5 Prozent gegenüber dem Vormonat (im SGB II Bereich sind es nur 0,5 Prozent.) Durch Beendigung der Ausbildung und keine Übernahme in ein anschließendes Arbeitsverhältnis mussten sich viele junge Menschen bei der Arbeitsagentur vorsorglich arbeitslos melden. Volker Erhard, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Frankfurt: „Dieser Anstieg ist in jedem Jahr zu beobachten, allerdings ist er in diesem Jahr weniger ausgeprägt als in den Vorjahren. Auf Grund des erhöhten Fachkräftebedarfs in der Wirtschaft gehe ich aber davon aus, dass diese gut ausgebildeten und auch hoch motivierten jungen Menschen schnell in ein neues Arbeitsverhältnis einmünden.“

Im Juni wurden im Bereich der Betreuung nach dem SGB II 22.264 Arbeitslose gezählt. Das entspricht einem Minus gegenüber dem Vormonat von 443 Personen. Über 41 Prozent hiervon sind Ausländer (9.218), aber erfreulicherweise ist hier ein Rückgang von 241 Personen gegenüber dem Vormonat zu beobachten. Die Zahl der über 55-jährigen liegt mit einem leichten Minus von 26 Personen gegenüber der des Vormonats bei 2.345. Die Zahl der Jüngeren unter 25 Jahren ist um nur 0,5 Prozent auf nunmehr 1.916 Arbeitslose (Vormonat 1.907) gestiegen. Der hier relativ geringe jahreszeitliche Anstieg lässt sich dadurch begründen, dass die meisten der nach der Ausbildung gemeldeten Jugendlichen einen Anspruch auf Leistungen nach dem SGB III haben.

Robert Standhaft, Geschäftsführer der ARGE RMJ: “Der leichte Anstieg bei den Jüngeren gegenüber dem Vormonat lässt sich durch das Schul- und Ausbildungsende begründen. Bei dem Vorjahresvergleich muss man aber zwangsläufig zu dem Ergebnis kommen, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der ARGE eine gute Arbeit geleistet haben. Hier ist bei fast allen Personengruppen ein Rückgang zu beobachten. Lediglich im Bereich bei den älteren Arbeitslosen ist ein Plus zu beobachten. Wir werden hier unsere Bemühungen noch intensivieren müssen, auch gerade weil ältere Langzeitarbeitslose schwer in den Arbeitsmarkt zu integrieren sind “.

Auch auf dem Ausbildungsmarkt ist ein positiver Trend für die Bewerber um Ausbildungsstellen zu beobachten: seit Beginn des Berichtsjahres im Oktober 2007 haben sich im Stadtbezirk Frankfurt 2.215 Bewerber bei der Arbeitsagentur Frankfurt gemeldet. Dies sind fast 30 Prozent weniger als im Vorjahr und teilen sich in 68 Prozent Deutsche und 32 Prozent Ausländer auf. Bei fast 70 Prozent wird eine Ausbildung in einem Dienstleistungsberuf angestrebt. Zur Zeit sind noch 894 in der Stadt Frankfurt gemeldeten Ausbildungssuchende unversorgt.
Die Zahl der offenen Ausbildungsstellen in der Stadt Frankfurt lassen sich zur Zeit nicht separat ermitteln, aber im Bezirk der Agentur für Arbeit Frankfurt kommen 1,78 Stellen auf einen Bewerber. So wird vielleicht nicht jeder Jugendliche eine Ausbildungsstelle in seinem Traumberuf finden, aber die Chancen, in diesem Jahr einen Ausbildungsplatz zu bekommen, stehen gut. Arbeitsagentur und Arbeitsgemeinschaft appellieren gleichermaßen an die Arbeitgeber: Unternehmen sollten auch über die Kopfnoten oder durch ein Praktikum eine Entscheidung für eine Einstellung treffen, anstatt diese von einem höheren Bildungsabschluss oder Schulnoten abhängig zu machen. So mancher Jugendlicher entwickelt nämlich während der Ausbildung ein gutes Leistungsvermögen, das sich anhand der Schulnoten nicht vermuten ließ.(PR)